Dieses Jahr wird der Flyer von einer echten Künstlerin in viel Handarbeit gestaltet. Melody Bösch gibt uns einen Einblick in ihr Schaffen.
Du studierst Illustration an der Hochschule für Design, Film und Kunst in Luzern. Was hat dich dazu bewogen, das Projekt „Flyergestaltung” für den Theaterverein Magden in Fronarbeit anzunehmen?
Als Liliane Müller mich auf das Projekt angesprochen hat, habe ich mich sehr über die Möglichkeit gefreut, mich in den Themen Flyer- und Plakatgestaltung auszuprobieren. Als junge Gestalterin ist es für mich eine tolle Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln und meine Arbeit sichtbar zu machen. Ausserdem durfte ich bereits eine Aufführung miterleben und fand es erfüllend, einen bescheidenen Teil der diesjährigen Umsetzung zu sein. Zusätzlich freute ich mich auf die Zusammenarbeit ihr. Es war eine sehr schöne Erfahrung, einen Prozess so eng zu teilen.
Wie lange hat es gedauert, von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt?
Oh, haha, da habe ich den Überblick verloren. Es war ein langes Durch- und Nacheinander, in dem ich viel lernen konnte. Zuallererst skizzierte ich einige Ideen, die sich stark um den Inhalt des Theaters drehten. Im Austausch wurde mir dann klar, dass es wohl wichtiger ist, die zu erwartende Stimmung darzustellen. Ich denke, wir können uns alle auf einen heiteren Abend mit viel Gelächter freuen. Gesellschaftskritische Themen werden mit viel Witz und Leichtigkeit angegangen. Eine Mitstudentin hat mich auf die Arbeiten von Leonetto Capiello aufmerksam gemacht – seine illustrativen Plakate dienten mir nämlich als Inspiration für meine Bildidee. Als ich mich dann für die Ölmalerei als Technik entschied, war mir bewusst, dass das Projekt Zeit in Anspruch nehmen würde, so näherte ich mich Stück für Stück der endgültigen Szene.
Warum hast du dich für das doch eher aufwändige Medium Ölfarbe entschieden?
Ich habe mich für die Ölmalerei entschieden, weil sie eine sehr haptische und analoge Anmutung hat. Mit Ölfarbe kann man Farbe modellieren. Die Ölfarbe, also das Medium an sich, ist bei großzügigem Einsatz sehr präsent – was mir sehr wichtig war. Gleichzeitig hat sie eine enorme Leuchtkraft. In den Gesprächen über das Stück wurde mir klar, dass ich Lebensfreude darstellen darf, was ich mit der Technik möglichst wiedergeben wollte. Außerdem gefällt es mir persönlich sehr, wenn das Handwerk spürbar ist und ich wollte, dass das Plakat auffällt! Neben den grafisch reduzierten Plakaten, wie wir sie heute häufig sehen, hebt sich ein Ölgemälde meiner Meinung nach ab, da ich es in der heutigen digitalen Zeit grundsätzlich erfrischend finde handgefertigte und zeitintensive Bilder zu sehen.
Hat dieses Werk Ähnlichkeiten mit deinen sonstigen Arbeiten? Oder unterscheidet es sich grundlegend?
Da mir in diesem Projekt viel Freiheit und Vertrauen entgegengebracht wurde, konnte ich es ganz nach meinem Geschmack angehen. Deshalb sehe ich viele Parallelen zu dem, was ich sonst mache. Ich liebe es, Menschen auf Papier oder Leinwand zu bringen. Besonders begeistert es mich Gesichter so einzufangen, das etwas vom Charakter des Menschen mitschwingt. Am liebsten zeichne ich Personen aus meinem Umfeld. Dabei bleibe ich oft im flüchtigen, skizzenartigen. Hier bei dieser Malerei kam ich mehr dazu eine ganze Szene auszuarbeiten, was mich reizte und herausforderte.
Würdest du dich im Rückblick nochmals darauf einlassen?
Was für eine Frage! Natürlich würde ich es direkt wieder tun!
Herzlichen Dank liebe Melody für Dein Engagement. Wir wünschen Dir weiterhin viel Freude am Gestalten und viel Erfolg mit dem Studium.
