Produktion 2020: Wir sind noch einmal davongekommen

Die Besucher des Theaters Magden dürfen sich in diesem speziellen Jahr auf ein besonderes Stück freuen. Das komödiantische Drama ist aktueller denn je, und führt unsere Geschichte absurd und trotzdem mit einer starken Botschaft.

Was für ein Jahr! Alles war vorbereitet und geplant. Das Theater Wylaub probte bereits für die Aufführungen im Mai auf dem Dornhof, dass Stück für das Haupttheater „Lysistrata – Der Krieg muss weg“ war bereits vorgestellt und in Bearbeitung, als der „Lockdown“ mit voller Wucht zuschlug. Weitere Probearbeit für Wylaub war nicht mehr möglich, die Produktion musste – sehr zum Leidwesen aller Beteiligter – kurzerhand abgesagt werden. Da Probearbeiten erst ab Juni wieder möglich sind, war auch klar, dass eine Kiste wie „Lysistrata“ in dieser kurzen Zeit nicht möglich ist. Mit dem Verlag konnte ausgehandelt werden, dass wir die Aufführungsrechte auch für 2021 haben. Trotzdem: Wir wollen diesem Virus nicht klein beigeben. Es ist die feste Überzeugung des Vorstandes, dass es in Zeiten wie diesen um so wichtiger ist, dass soziale Kontakte und somit auch ein Theater 2020 stattfindet. Die Produktion 2020 ist neu ausgewählt und wir haben vom Deutschen Theaterverlag dieser Tage die Aufführungsrechte erhalten: „Wir sind noch einmal davongekommen“. Dieses Stück von Thornton Wilder gehört zu den grossen dramatischen Werken des letzten Jahrhunderts. Nun ist das Stück nicht einfach ein Ersatz. Vielmehr war es seit Jahren das Favoritenstück des Regisseurs, nun ist die Zeit gekommen. Einfach in der Probearbeit, so dass die BAG-Richtlinien eingehalten werden können, stark in der Botschaft und aktueller denn je. Ja, wenn wir die Medienlandschaft der letzten Wochen Revue passieren lassen, dann sind wir wahrlich noch einmal davongekommen.

„Wir sind noch einmal davongekommen“ wirkt, als hätte es Thornton Wilder für die Stunde Null geschrieben. Aber es erlebte schon am 15. Oktober 1942 seine Uraufführung, in New Haven, Connecticut – und zwar ohne seinen Autor, der als Freiwilliger in der US-Army diente. Das Publikum hatte Probleme mit der ungewohnten epischen Form, in der die Illusion gebrochen wird, die Schauspieler unvermittelt aus ihren Rollen treten und die Handlung zwischen der Eiszeit und dem Heute changiert. Aber New Haven war nur ein Testlauf für New York, wo das Stück einen Monat später am Broadway Premiere hatte. Regisseur war der noch unbekannte Elia Kazan, der damit seinen Durchbruch erlebte. 359 Vorstellungen gab es von „The Skin of Our Teeth“, das von den Kritikern als vitale Komödie gelobt wurde und Thornton Wilder seinen dritten Pulitzerpreis bescherte.

Mehr zum Stück erfahren Sie in den kommenden Wochen.

Die Premiere findet am 21. November 2020 statt mit vier darauffolgenden Aufführungen am Sonntag, Mittwoch, Freitag und Samstag. Der Vorverkauf wird am 26. Oktober 2020 eröffnet. Regie führt Roland Graf.

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